KINO AKTUELL | KONTAKT / IMPRESSUM | portugues | HOME
cinebrasil
CINEBRASIL

Content on this page requires a newer version of Adobe Flash Player.

Get Adobe Flash player

cinebrasil

PROGRAMM | FLYER

PLAKAT

PRESSE & PHOTOGALERIE

2013 / 2014:

aktuell

 

 

9. Brasilianisches Filmfestival
CINEBRASIL vom 14. bis 19. März im Kino Babylon-

Das Filmfestival CINEBRASIL lädt vom 14. - 19. März erneut zu einer Reise in die unterschiedlichsten Regionen und Lebensweisen Brasiliens ein. Im Kino Babylon werden in diesem Rahmen acht Filme gezeigt, die nicht den stereotypen Erwartungen hinsichtlich des vielschichtigen Landes entsprechen. Der gegenwärtige Fokus liegt auf deutsch-brasilianischen Produktionen sowie Filmen, die beweisen, dass ausgezeichnete Filme auch ohne ein großes Budget entstehen können. Der neue Spielfilm „Noites de Reis“ von Vinícius Reis, der bereits mit „Praça Saens Peña“ einen großen Erfolg landete, führt in die kleine Küstenstadt Paraty. Das einfühlsame Familienporträt über Verlust und Neuanfang wird am Dienstag, den 18.03. um 21.30 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt. In „Girimunho“, der nach der Leichtigkeit des Lebens sucht, verschmilzt der Alltag eines verschlafenen Dorfes im Hinterland von Minas Gerais mit Magie und Traum. Nach São Paulo begibt sich der mitreißende Film „As Melhores Coisas do Mundo“, der eine realistische Darstellung der heutigen Großstadtjugend liefert. Auch die spannende Kriminalgeschichte „Trampolim do Forte“ zeichnet auf poetische Weise ein nahezu realistisches Bild von Salvador da Bahia, wo Kinderprostitution, Kriminalität und Korruption allgegenwärtig sind. Sehr unterhaltsam ist die von „Little Miss Sunshine“ inspirierte Komödie „Colegas“, in der erstmalig im brasilianischen Film Schauspieler mit Down-Syndrom in den Hauptrollen zu sehen sind.

Filmbeschreibungen

Programm Berlin, 14.-19.3.2014

Programm Hamburg, 21.-25.3.2014

Programm Berlin, 14.-19.3.2014

Freitag, 14.03.

19:00 Uhr
Colegas (Freunde)

Brasilien 2013, R: Marcelo Galvão
Mit: Ariel Goldenberg, Rita Pokk, Breno Viola, Lima Duarte u.a.
BluRay, 94 Min. OmdtU

21:00
Ich bin Louisa Jules

Deutschland 2012, R: Roberto Manhães Reis/ Viola Scheuerer
Mit: Louisa Burow, Axel Burow, Eva Burow, Janko Burow u.a.
BluRay, 92 Min. OmdtU

Samstag, 15.03.

16:00
As Melhores Coisas do Mundo (Die besten Dinge der Welt)

Brasilien 2010, R: Laís Bodanzk
Mit: Denise Fraga, Paulo Vihena, Caio Blat, José Carlos Machado, Gustavo Machado u.a.
BluRay, 107 Min. OmdtU

18:00
Era Uma Vez (Es war einmal)

Brasilien 2008, R: Breno Silveira
Mit: Thiago Martins, Vitória Frate, Rocco Pitanga, Cyria Coentro, Paulo César Grande u.a.
BluRay, 117 Min. OmengU

20:00
Trampolim do Forte (Das Sprungbrett)

Brasilien / Deutschland 2010 / 2013, R: João Rodrigo Mattos
Mit: Lúcio Lima, Adaílson Santos u.a.
BluRay, 85 Min. OmdtU


Sonntag, 16.03.

16:00
Uma Professora Muito Maluquinha (Eine echt verrückte Lehrerin)

Brasilien 2011, R: André Alves Pinto, César Rodrigues
Mit: Paola Oliveira , Chico Anysio , Joaquim Lopes , Cláudia Ventura u.a.
BluRay, 90 Min. OmengU

18:00
Trampolim do Forte (Das Sprungbrett)

Brasilien / Deutschland 2010 / 2013, R: João Rodrigo Mattos
Mit: Lúcio Lima, Adaílson Santos u.a.
BluRay, 85 Min. OmdtU

20:00
Girimunho (Der Wirbel)

Brasilien / Deutschland / Spanien 2011,
R :Clarissa Campolina, Helvécio Marins Jr.,
Mit: Maria Sebastian Martins Alvaro, Luciene Soares da Silva, Wanderson Soares da Silva u.a.
DVD, 90 Min. OmdtU


Montag, 17.03.

19:00
As Melhores Coisas do Mundo (Die besten Dinge der Welt)

Brasilien 2010, R: Laís Bodanzk
Mit: Denise Fraga, Paulo Vihena, Caio Blat, José Carlos Machado, Gustavo Machado u.a.
BluRay, 107 Min. OmdtU

21:00
Ich bin Louisa Jules

Deutschland 2012
R: Roberto Manhães Reis / Viola Scheuerer
Mit: Louisa Burow, Axel Burow, Eva Burow, Janko Burow u.a.
BluRay, 92 Min. OmdtU


Dienstag, 18.03.

21:30
Noites de Reis (Königsnächte)

Brasilien 2012, R: Vinícius Reis
Mit: Bianca Byington, Enrique Diaz, Sidney Martins, Raquel Bonfante u.a.
BluRay, 93 Min. OmdtU

Regisseur Vinícius Reis anwesend!
Nach dem Film Gespräch mit dem Regisseur Vinícius Reis.


Mittwoch, 19.03.

19:00
Noites de Reis (Königsnächte)

Brasilien 2012
R: Vinícius Reis
Mit: Bianca Byington, Enrique Diaz, Sidney Martins, Raquel Bonfante u.a. BluRay, 93 Min. OmdtU

21:00
Colegas (Freunde)

Brasilien 2013
R: Marcelo Galvão
Mit: Ariel Goldenberg, Rita Pokk, Breno Viola, Lima Duarte u.a.
BluRay, 94 Min. OmdtU

 

Programm Hamburg, 21.-25.3.2014

Kino Metropolis – Kleiner Theaterstrasse 10, 20354 Hamburg – www.metropoliskino.de


Freitag, 21.03.

19 Uhr

Eröffnung – Mit Regisseur Vinicius Reis und Performance von Joje Watutsi (Musik und Tanz)
Film: Noite de Reis (Königsnächte)


Samstag, 22.03.

21:15 Uhr


Film: As melhores coisas do mundo (Die besten Dinge der Welt)


Sonntag, 23.03.

19:00 Uhr

Film: Era uma vez ( Es war einmal )


Montag, 24.03.

19:15

Film: Trampolin do Forte (Das Sprungbrett)


Dienstag, 25.03.

19:00 Uhr

Film: Girimunho (Der Wirbel)

 

Filmbeschreibungen &
Filmtrailer

GIRIMUNHO (Der Wirbel)

TRAMPOLIM DO FORTE (Das Sprungbrett)

ICH BIN LOUISA JULES

ERA UMA VEZ (Es war einmal)

NOITES DE REIS (Königsnächte)

AS MELHORES COISAS DO MUNDO (Die besten Dinge der Welt)

COLEGAS (Freunde)

UMA PROFESSORA MUITO MALUQUINHA (Eine echt verrückte Lehrerin)

 

Girimunho

 

GIRIMUNHO

(Der Wirbel)
Spielfilm, BR/DE/ES 2011

Regie: Clarissa Campolina
Mit: Maria Sebastian Martins Alvaro,
Luciene Soares da Silva, Wanderson Soares da Silva
Dauer: 90 Min., Jahr: 2011, OmdU

www.girimunho.com

Im tiefsten Inneren des brasilianischen Hinterlandes, im verschlafenen Dorf São Ramão, verschmelzen alltägliche Dinge mit Magie und Traum.

Nach dem Tod ihres Mannes wird die 81-jährige Bastú von geheimnisvollen Erscheinungen heimgesucht, die sie als Zeichen des Verstorbenen deutet. Aber sie bleibt stark und beschließt, die Habseligkeiten ihres Mannes in das Dorf seines Bruders zu bringen. Begleitet und unterstützt wird sie von ihren Enkeln und der lebenslustigen Maria, die mit ihren Trommeln Traditionen und den Takt des Lebens aufrecht erhält.

Der Titel des Filmes “Girimunho” stammt von einem Kind aus dem brasilianischen Hinterland und heißt übersetzt so viel wie “Wirbel”. Wie in einem Wirbel offenbaren sich Geschichten, Ansichten, Meinungen und Neuigkeiten durch die Wandlung von Zeit und Welt. Der Film durchstreift die Realitäten und die traumartigen Vorstellungen des Hinterlands von Minas Gerais im verschlafenen Dorf São Romão, wo der gleichsam stömende San Francisco Fluss von der roten, schroffen Landschafft umgeben ist, die eine wundersame Schönheit versprüht.

Wie die alte Bastú sucht der Film nach der Leichtigkeit des Lebens. 6 Jahre dauerten die Arbeiten zu Girimunho und obwohl er Realismus anstrebte, ist es ein Film aus Geschichten geworden, die jederzeit ins Traumhafte kippen.

Ein poetisch-philosophisches Porträt des Sertão, seiner Mythen und Schönheiten, mit starker Bildsprache und außergewöhnlichen Laiendarstellern.

Girimunho

FESTIVALS & AUSZEICHNUNGEN

Der Film lief auf verschiedenen internationalen Festivals, z.B:

- 68 Mostra Internazionale d’ Arte Cinematografica La Biennale di Venezia 2011 – Weltpremiere
- 37th Tiff - Toronto International Film Festival - Toronto - Kanada, 2011
- 59th Donostia Zinemaldia Festival de San Sebastian - San Sebastian - Spanien, 2011
- 33º Festival do Rio - Rio de Janeiro - Brasilien, 2011
- 35º Mostra Internacional de Cinema de São Paulo - São Paulo - Brasilien, 2011
- L'Alternativa 18è Festival de Cinema Independent de Barcelona - Barcelona - Spanien, 2011
- 33 Festival des 3 Continents - Nantes - Frankreich, 2011
- 33º Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano - La Habana - Cuba, 2011
- Ibero American Images - MoMA
- 8th Dubai International Film Festival - Dubai, Arabische Emirate, 2011
- 41st International Film Festival Rotterdam, Rotterdam, Holland, 2012
- Holywood Brazilian Film Festival, USA, 2012

PREISE

- Spezialpreis der Jury – 33rd HAVANA FF
- Bester Film bei der Jugendjury, Spezialpreis der Jury – 33rd NANTES FF  
- Besondere Erwähnung der Jury - 26th MAR DEL PLATA FF
- Interfilm Award - 68th VENICE FILMESTIVAL
- Bester Film des HOLLYWOOD BRAZILIAN FILM FESTIVAL 2012

DIE REGISSEURE

Helvécio Marins Jr.

Helvécio Marin Jr (1973) hat einen Masterabschluss in Film und gewann mit seinen Kurzfilmen HOMENS, NASCENTE, TRECHO und NEM MARCHA NEM CHOUTA mehr als 30 Preise auf Filmfestivals weltweit.
Marins produzierte die vielfach prämierten Spielfilme ABOIO (Regie: Marília Rocha, 2005), O CÉU SOBRE OS OMBROS (von Sergio Borgesvon, 2010) und den Dokumentarfilm ACIDENTE (Regie: Cao Guimarães und Pablo Lobato, 2008). Er kuratierte das Kurzfilmfestival in São Paolo und Belo Horizonte and arbeitete als Korrespondent für das Locarno Film Festival in Lateinamerika.
Sein erster Langspielfilm GIRIMUNHO, den er mit Clarissa Campolina drehte, ist eine Koproduktion zwischen Brasilien, Deutschland und Spanien.

Clarissa Campolina

Clarissa Campolina (1979) studierte Soziale Kommunikation und bildende Kunst. Seit 1999 arbeitet sie im Filmbusiness als Regie-Assistentin, Cutterin, Kamerafrau und Regisseurin. Seit 2002 arbeitet sie mit Helvécio Marins Jr. zusammen, mit dem sie z.B. den Kurzfilm TRECHO drehte. Ihre Filme und Video-Installationen gewannen Preise in Brasilien und im Ausland und wurden für einige der größten Festivals weltweit ausgewählt, z.B. für Locarno, Rotterdam oder Oberhausen. GIRIMUNHO, in Co-Regie mit Helvécio Marin Jr., ist ihr Spielfilmdebut.

 

TRAMPOLIM DO FORTE

(Das Sprungbrett)
Spielfilm, BR 2010/2013

Regie: João Rodrigo Mattos
Mit: Lúcio Lima, Adaílson Santos u.a.
Dauer: 83 Min., Jahr: 2010/2013, OmdU

http://trampolimdoforte.com.br/

Das Sprungbett am alten Fort ist der Treffpunkt des zwölfjährigen Deos und seinem 10jährigen Freund Felizardo. Die beiden Jungs kommen aus armen Familien und müssen den Lebensunterhalt ihrer Familien durch den Verkauf von Kleinigkeiten verdienen sowie den kriminellen Versuchungen der Straße widerstehen.

Das Sprungbett ist ein magischer Ort, der im Gegensatz zu ihrem harten Überlebenskampf steht. Es ist ihr Ort der Unbeschwertheit, der Freiheit, der Phantasie, ihr Ort der Kindheit. Währenddessen lebt das gesamte Stadtviertel in Angst vor Tadeu, einem Kinderschänder, der nachts sein Unwesen treibt. Als der „König der Kinder“ genannte Verbrecher Deos Freundin Teteia, 10 Jahre, vergewaltigt und diese ins Koma fällt, beschließt Deo, die Spur des Verbrechers auf eigene Faust aufzunehmen.

TRAMPOLIM DO FORTE ist eine spannende Kriminalgeschichte mit poetischen Bildern und einer fast dokumentarischen Darstellung des Stadtbildes von Salvador (Bahia). Dem klischeehaften Brasilienbild von Strand, Frauen und dem leichten Leben stehen Armut, Kinderprostitution, Betrug, Korruption und Kriminalität entgegen. Eigentlich ist “Trampolim do Forte” aber ein Film über eine Kinderfreundschaft, der über die Darstellung der “am Rande der Gesellschaft Lebenden” hinausgeht: Es ist vor allem ein Film über die Wichtigkeit der Kindheit und Freizeit für Phantasie und Spiel.


FESTIVALS & AUSZEICHNUNGEN

2006 „Globo Film Award“ für Drehbuchentwicklung
2007 „low-budget fiction feature films contest“ (Low Budget-Spielfilm-Wettbewerb), verliehen vom „Department of Culture of Brazil“
2012: besondere Jury-Erwähnung bei Festin, Festival de Cinema Itinerante da Língua Portuguesa, in Lissabon


DER REGISSEUR: João Rodrigo Mattos

João Rodrigo Mattos studierte soziale Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung an der Katholischen Universität von Salvador mit Spezialisierung in den audiovisuellen Bereichen Film und TV-Produktion und Planung.

Fortbildungen im Bereich Film und TV absolvierte er in London und Portugal.
Seit über 15 Jahren arbeitet João Rodrigo Mattos in vielfältigen Genres der audiovisuellen Produktion in Brasilien, Portugal, Spanien und England und war u.a. als Regieassistent für Regisseure wie Manoel de Oliveira, Mika Kaurismäki, Edgard Navarro und andere tätig. Seine erste Langspielproduktion war der Dokumentarfilm „Agostinho da Silva – Um Pensamento Vivo”.

TRAMPOLIM DO FORTE ist sein erster Spielfilm und Gewinner des „Globo Film Award“ für Drehbuchentwicklung 2006 und des „low-budget fiction feature films contest“ (Low-Budget-Spielfilm-Wettbewerb), verliehen vom „Department of Culture of Brazil“ - 2007.


Filmografie, Auszeichnungen:

AGOSTINHO DA SILVA – Um Pensamento Vivo (Documentarfilm / 2006 / 80 min.)
Bester Dokumentarfilm und beste Filmmusik beim XVI Ibero-American Film Festival, Ceara, Brasilien

TRAMPOLIM DO FORTE (Das Sprungbrett), sein erstes Spielfilmprojekt, ist Gewinner des „Globo Film Award“ für Drehbuchentwicklung 2006 und des „low-budget fiction feature films contest“ (Low-Budget-Spielfilm-Wettbewerb), verliehen vom „Department of Culture of Brazil“ - 2007.

 

ICH BIN LOUISA JULES


Dokumentarfilm, DE 2012

Regie: Roberto Manhães Reis / Viola Scheuerer
Produzent: Sidney Martins
Kamera: Carlos Dessbesell - Schüler
Musik: Eunice Martins
Dauer: 92 Min., Jahr: 2012, Deutsch/Malagassi mdU
© Cinemanegro GmbH Filmproduktion / WDR 2012

www.cinemanegro.de/louisa.html

 

Louisa fühlt sich wohl in ihrer Haut. Sie hat eine unverklemmte Art, mit Menschen umzugehen und  einen besonderen Sinn für Körperlichkeit als Tänzerin einer  Samba-Gruppe. Sie lebt mit ihrer deutschen Familie und 3 Brüdern in Berlin. Als Baby wurde sie in Kiew zur Adoption freigegeben. Louisas leibliche Eltern kommen aus Madagaskar. Ihre schwarze Hautfarbe war zuhause kein Thema, dennoch erkennt Louisa mit dem Erwachsenwerden immer stärkere Ähnlichkeiten zwischen ihren Brüdern und ihren Eltern. Äußere Ähnlichkeiten, die biologisch vererbt wurden. Louisa fragt sich, was sie denn von ihren leiblichen Eltern geerbt hat: „Ist meine Mutter noch dunkler als ich? Tanzen meine Eltern genau so gerne wie ich?“

19 Jahre später steht Louisa die Reise mit ihrer Berliner Adoptiv-Familie in das Land ihrer afrikanischen Eltern und Großeltern bevor. Louisa ist aufgeregt. Ihre Gefühle schwanken zwischen Glück und Zweifel: Wie werden ihre inzwischen getrennt lebenden Eltern auf ein Wiedersehen mit ihr reagieren? Wird sie sich in dem fremden Inselstaat im Indischen Ozean wie eine Madagassin fühlen, oder eher wie eine schwarze Deutsche?

Anmerkungen des Produzenten und CINEBRASIL-Organisators Sidney Martins zum Film ICH BIN LOUISA JULES

Seit zwölf Jahren kenne ich die Familie Burow und ihre Adoptivtochter Louisa. Wie Louisas Eltern Eva und Axel sich eingesetzt haben, ihren 3 weißen Söhnen und ihrer schwarzen Tochter trotz aller Widerstände Selbstvertrauen und Toleranz zu vermitteln, hat mich schon früh beeindruckt. Aus eigener Erfahrung konnte ich die in Louisas Pubertät aufkommenden Fragen nach ihrer madagassischen Identität gut nachvollziehen. Aus meiner Bewunderung für diese außergewöhnliche Familie und aus einem persönlichen Mitgefühl Louisa gegenüber habe ich also beschlossen, die Burows bei ihren Bemühungen, Louisas leibliche Eltern in Madagaskar zu finden, zu unterstützen, und ihren Weg nach Madagaskar schließlich mit der Kamera begleitet.

Die Reise einer großen Familie in das ferne Madagaskar, um dort erstmals auf die leiblichen Eltern der Adoptivtochter zu treffen, birgt ein großes Risiko von Enttäuschung und einen unberechenbaren Strudel von Gefühlen. Dies betrifft nicht nur Louisa, sondern alle beteiligten Familien, die leiblichen Eltern genauso wie die Adoptivfamilie.

Der Film ist ein sehr persönliches Porträt von Louisa und ihren Familien geworden sowie die Geschichte einer afro-deutschen Identitätssuche. Er wurde von den Fernsehsendern und dem Publikum äußerst begeistert aufgenommen.

Dieser Film ist aber auch aus einem anderen Grund eine Besonderheit für das Filmfestival CINEBRASIL, da es sich nicht um eine rein brasilianische, sondern um eine deutsch-brasilianische Produktion handelt. Nicht nur die Produktionsfirma CINEMANEGRO ist deutsch-brasilianisch, sondern auch ein Großteil der Crew sind Brasilianer, die, wie ich, in Deutschland arbeiten. Insofern ist das Thema der Interkulturalität nicht nur in der Adoptionsgeschichte von Louisa, sondern auch in der Crew präsent.
Vor allem finde ich aber, dass das Thema von Hautfarbe, Kultur und Wurzeln nicht nur für Brasilien, sondern auch für ein Land wie Deutschland hochaktuell ist. Es gibt diesbezüglich viele Parallelen zwischen Deutschland und Brasilien und ich finde es wichtig, die Plattform von Cinebrasil für diese Thematik zu nutzen.

Sidney Martins


DIE PRODUKTIONSFIRMA CINEMANEGRO

Aus der 2005 gegründeten Produktionsfirma und Veranstaltungsagentur “Cinemanegro” ist im März 2009 die “cinemanegro Filmproduktion GmbH“ hervorgegangen.

„Cinemanegro“ widmet sich afro-brasilianischen und afro-deutschen Themen, insbesondere in Dokumentarfilmen, Filmfestivals und anderen Kulturveranstaltungen.

Ins Leben gerufen wurde sie von dem im Berlin lebenden afro-brasilianischen Schauspieler und Produzent Sidney Martins, der im Oktober 2010 die Weiterbildung des Filmhauses Köln als „TV-Film Producer“ in der Filmhochschule Potsdam (HFF) absolvierte.

Der Dokumentarfilm „Ich bin Louisa Jules“ ist sein erster Film, der bereits in 2 Versionen erfolgreich im TV lief (WDR und 3Sat).

 

ERA UMA VEZ

(Es war einmal)
Spielfilm, BR 2008

Regie: Breno Silveira
Mit: Thiago Martins, Vitória Frate,
Rocco Pitanga, Cyria Coentro, Paulo César Grande
Dauer: 117 Min., Jahr: 2008, OmeU

Rio de Janeiro. Dé (Thiago Martins) wohnt in der Favela Cantagalo, in Ipanema. Er ist der Sohn der Hausangestellten Bernadete (Cyria Coentro), sein Vater verließ die Familie früh. Er muss mit ansehen wie sein Bruder Beto von einem Drogendealer getötet wird und wie sein anderer Bruder Carlão (Rocco Pitanga) von Verbrechern aus der Favela verbannt wird. Um nicht in den Teufelskreis der Kriminalität zu geraten, verkauft Dé am Strand hotdogs. Dort beobachtet er Nina (Vitória Frate), eine Tochter aus gutem Hause, die in der Vieira Souto, einer Straße die direkt am Strand von Ipanema liegt, wohnt. Die beiden lernen sich kennen und verlieben sich. Aber die Unterschiede zwischen den beiden Welten lassen sich nicht überbrücken: unterschwellige Vorurteile und Kritik an der anderen Welt treten immer stärker hervor...

Mit großem Einfühlungsvermögen zeigt Breno Silveira die Absurdität einer Gesellschaft, in der Menschen, die in nächster Nähe leben, immer noch unüberbrückbar getrennt erscheinen, so wie Dé und Nina: Er lebt in den Slums von Rio und sie, nur wenige Kilometer entfernt, in einer Blase aus Wohlstand und geglaubter Sicherheit.

ERA UMA VEZ wurde für den offiziellen Wettbewerb des Filmfestival Toronto selektiert.


DER REGISSEUR: BRENO SILVEIRA

Silveira wurde 1964 in Brasília geboren. Er studierte in Paris und arbeitet seitdem als Kameramann, Produzent und Regisseur.

1995 entstand sein erster Film CARLOTA JOAQUINA. Für den Film EU TU ELES von Andrucha Waddington arbeitete er als Kameramann. Der Film erhielt den „Grande Prêmio Cinema Brasil 2000“ für die beste Kamera.

Silveira macht Werbefilme und erhielt sechs Preise von MTV für seine Videoclips. Er arbeitet immer wieder als Kameramann für große Produktionen, wie LA SERVA PADRONA (1998)von Carla Camurati, BUFO & SPALLANZANI von Flávio Tambellini, GÊMEAS (1999) von Andrucha Waddington, TRAIÇÃO (1998) und O HOMEM DO ANO (2003) von José Henrique Fonseca.

Seinen Durchbruch als Regisseur erlangte er mit dem Film DOIS FILHOS DE FRANCISCO – der meistgesehene brasilianische Film im Jahr 2005, der vor allem den Schauspielern viele Preise bescherte. ERA UMA VEZ ist sein zweiter Spielfilm. Er lief im Filmfestival von Toronto im Wettbewerb. Sein neuester Spielfilm, der Road-Movie À BEIRA DO CAMINHO, gewann 5 Preise beim CINE-PE Festival do Audiovisual 2012.

FILMOGRAPHIE & AUSZEICHNUNGEN

Gonzaga, de pai para filho (2012)
À beira do caminho (2012): Auszeichnungen für das beste Drehbuch, beste Haupt- und Nebendarstellung beim CINE-PE 2012.
Era uma vez (2008): ausgewählt für das Filmfestival in Toronto.
Dois filhos de Francisco (2005): Preise für Haupt- und Nebendarsteller beim Grande Prêmio Cinema Brasil von 2006.

 

NOITES DE REIS

(Königsnächte)
Spielfilm, BR 2012


Regie: Vinicius Reis
Mit: Bianca Byington, Enrique Diaz, Sidney Martins, Raquel Bonfante u.a.
Dauer: 93 Min., Jahr: 2012, OmdU

http://noitesdereis.com/

Einige Jahre nach einem tragischen Unfall in der Familie schaffen es Dora und ihre Tochter Júlia, wieder etwas Normalität in ihr Leben zu bringen. In einer kleinen Küstenstadt begleiten sie die Straßenfeste der Königsnacht. Es ist Sommer, die Hitze und die Ferien sind perfekt, um in dem türkisfarbenen Meer der Umgebung zu schwimmen. Aber für Dora bedeutet der Strand sich mit ihrem Sohn Lucas zu konfrontieren, dessen Asche im Meer verstreut wurden. Und dann taucht plötzlich auch ihr verschwundener Ehemann Jorge auf. Die Familie muss sich wieder mit dem Schmerz befassen, den der Tod des jüngsten Sohnes Lucas ausgelöst hat. Mit der Veränderung kommt aber auch die Chance, die Tragödie endgültig zu überwinden.

NOITES DE REIS ist ein sehr einfühlsamer Film über die Überwindung von Trauer, über Verlust und Neu-Anfang, sehr eindringlich von Bianca Byington und Enrique Diaz gespielt. Letzterer gewann auf dem Festival de Brasília den Candango - Preis als bester Darsteller.

FESTIVALS & PREISE

2012: 45° Festival de Brasília: Auszeichnung für den Schauspieler Enrique Díaz
2012: offizielle Auswahl bei 36° Mostra Internacional de Cinema de São Paulo
2012: offizielle Auswahl bei 6° Mostra de Cinema de Belo Horizonte
2012: offizielle Auswahl bei Semana dos Realizadores do Rio de Janeiro

DER REGISSEUR: VINICÍUS REIS

Vinícius Reis wurde 1970 in São Paulo geboren. Mit 10 Jahren zog er mit seiner Familie nach Rio de Janeiro, wo er bis heute wohnt.

In den 80iger Jahren arbeitete Vinícius neben der Schule im Theater und seit 1989 als professioneller Schauspieler. Zudem begann er ein Journalismus-Studium, das er 1993 abbrach, um sich vollkommen dem Film zu widmen.

Von 1993 bis 1995 war Vinícius Reis Präsident der brasilianischen Gesellschaft für Dokumentarfilm. Er realisierte Dokumentarfilme wie GENTILEZA (1994) und NÓS DO MORRO (1995).

1996 gründete er, zusammen mit Rosane Svartman, die Filmschule der Theatergruppe “Nós do Morro” in der Favela Vidigal, wo er bis heute als Koordinator und Lehrer arbeitet.

Von 2000 bis 2002 drehte er den Film A COBRA FUMOU über einen brasilianischen Feldzug während des zweiten Weltkriegs. Der Film lief auf vielen Festivals in- und außerhalb Brasiliens.

2003 drehte er zusammen mit zwei anderen Regisseuren O VÍCIO DA LIBERDADE, einen Dokumentarfilm über Evandro Lins e Silva. Der Film lief im Fernsehen und auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival in Amsterdam.
2005 arbeitete Vinícius Reis als Co-Drehbuchautor für SIM, einem Langspielfilmprojekt von Paola Leblanc.

Es folgen die Spielfilme PRAÇA SAENS PEÑA (2010) und NOITES DE REIS (2012).

Vinícius realisiert laufend Programme fürs Fernsehen, führt Projekte für Dokumentar- und Spielfilme durch und gibt freie Filmkurse.


FILMOGRAPHIE:

2012 Noites de Reis (Spielfilm)

2008 Praça Saens Peña (Spielfilm)
 
2002 A Cobra Fumou (Dokumentarfilm)
 
1990 Globo Ecologia (TV Serie, Dokumentation)

 

AS MELHORES COISAS DO MUNDO

(Die besten Dinge der Welt)
Spielfilm, BR 2010

Regie: Laís Bodanzky
Mit: Deni se Fraga, Paulo Vilhena, Caio Blat,
José Carlos Machado, Gustavo Machado u.a.
Dauer: 107 Min., Jahr: 2010, OmdU


http://www.warnerlab.com.br/asmelhorescoisasdomundo/site/

Der 15-jahrige Hermano, von allen Mano genannt, lebt in São Paulo und ist ein richtiger Großstadtjunge – kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen. Er spielt Gitarre, liebt Partys, flirtet mit Mädchen, hat viele Freunde, sein Leben könnte nicht besser sein. Ein Ereignis in seiner Familie macht ihm jedoch deutlich, dass das Erwachsenwerden nicht immer einfach ist. Sein Vater verlässt die Familie, allerdings nicht wegen einer anderen Frau, sondern weil er nun mit einem Mann zusammenleben will. Das Verhältnis zu den Eltern, zu seinen Schulkameraden, die Entdeckung der Liebe, Vorurteile und Unsicherheiten sind plötzlich neue Herausforderungen.

AS MELHORES COISAS DO MUNDO ist ein mitreißender Film über das Erwachsenwerden, über die Vater-Sohn Beziehung, Liebe und Vorurteile; eine realistische Darstellung der heutigen Großstadt-Jugend, einfühlsam und lebenslustig und ein Film, der die Älteren sehnsuchtsvoll zurückblicken lässt.

Der Film lief auf verschiedenen Festivals und wurde u.a. als bester Film 2011 beim VIII Festival Internacional de Cine para la Infancia y la Juventud (FICI 2011) in Madrid ausgezeichnet.

FESTIVALS & AUSZEICHNUNGEN

Der Film lief auf verschiedenen Filmfestivals und erhielt folgende Auszeichnungen:
- 2010 PRÊMIO CONTIGO CINEMA, BRAZIL: Jury-Preis für die beste Nebendarstellerin (Denise Fraga).
- 2010: RECIFE CINE PE AUDIOVISUAL FESTIVAL: Calunga Trophy u.a. für Schauspiel, Regie, Film, Drehbuch und Tonschnitt.
- 2011: CINEMA BRAZIL GRAND PRIZE, bester Nebendarsteller (Caio Blat).
- 2011: SÃO PAULO ASSOCIATION OF ART CRITICS AWARDS: APCA Trophy für Regie und Drehbuch.
- 2011: VIII FESTIVAL INTERNACIONAL DE CINE PARA LA INFANCIA Y LA JUVENTUD (FICI 2011), Madrid: Bester Film.

DIE REGISSEURIN: LAÍS BODANZKY

Laís Bodanzky (1969) ist seit vielen Jahren Film- und Theaterregisseurin, die sich insbesondere für die Verbindung von Kino und Bildung in ärmeren Vierteln einsetzt.

2005 iniziierte sie, zusammen mit ihrem Mann Luiz Bolognesi, ein Projekt, eine Art “Kino auf Rädern”, das kostenlose Filmvorführungen in verschiedenen brasilianischen Städten organisiert. Viele Menschen kamen so zum ersten Mal in den Genuss einen Kinofilm zu sehen. Aus dieser Erfahrung entstand 1999 Bodanzkys erster langer Dokumentarfilm: CINE MAMBEMBE - O CINEMA DESCOBRE O BRASIL (Cine Mambembe - Das Kino erobert Brasilien).
2 Jahre später folgte ihr erster Spielfilm BICHO DE SETE CABEÇAS (Das Tier mit 7 Köpfen, 2001); ein Film über einen Jungen, der Drogen konsumiert und von seinem Vater in die Psychiatrie geschickt und schwer misshandelt wird. Diesen Film zu finanzieren war eine enorme Herausforderung, da die meisten Sponsoren nicht mit so schwierigen Themen wie Psychiatrie und Drogen in Verbindung gebracht werden wollten.

In CHEGA DE SAUDADE (Schluss mit Sehnsucht, 2008) erzählt Bodanzky die Geschichten, Erinnerungen und Träume einer Gruppe buntgemischter, exzentrischer Tanzclub-Besucher in São Paolo.

Beide Filme wurden auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt und mehrfach prämiert.

Ihr dritter Film AS MELHORES COISAS DO MUNDO (Die besten Dinge der Welt, 2010), ein Film über das Erwachsenwerden, hat verschiedene Preise gewonnen, darunter 8 Auszeichnungen beim Festival do Recife und die Auszeichnung für den besten brasilianischen Film auf dem brasilianischen Filmfestival Paris.

In dem Episodenfilm MUNDO INVISÍVEL (Unsichtbare Welt, 2011) drehte sie die Episode “O ser trasparente”.

FILMOGRAPHIE Laíz Bodanzky

2011 - Mundo Invisível (Spielfilm)
2010 - As Melhores Coisas do Mundo (Spielfilm)
2008 - Chega de Saudade (Spielfilm)
2001 - Bicho de Sete Cabeças (Spielfilm)
1999 - Cine Mambembe - O Cinema Descobre o Brasil (Dokumentarfilm)
1994 - Cartão Vermelho (Kurzfilm)

 

 

COLEGAS

(Freunde)
Spielfilm, BR 2013

Regie: Marcelo Galvão
Mit: Ariel Goldenberg, Rita Pokk, Breno Viola, Lima Duarte u.a.
Dauer: 94 Min., Jahr: 2013, OmdU

Der von Little Miss Sunshine und Thelma & Louise inspirierte Film zeigt erstmalig im brasilianischen Kino Schauspieler mit Down-Syndrom in den Hauptrollen. Die Freunde Stalone (Ariel Goldenberg), Aninha (Rita Pokk) und Márcio (Breno Viola) leben in einer Anstalt für Menschen mit Behinderung und träumen davon, das Meer zu sehen, einen Sänger zu heiraten oder fliegen zu können. Eines Tages beschließen die drei, ihre Träume endlich zu verwirklichen. Sie brechen aus der Anstalt aus und machen sich in einem gestohlenen Auto auf den Weg nach Buenos Aires. Mit einer Spielzeugwaffe überfallen die Freunde die 24h-Shops auf den Landstraßen und werden bald als gefährliche Verbrecher gesucht. Untermalt von einem großartigen Soundtrack mit Stücken von Raul Seixas ist das liebenswerte Roadmovie eine Hommage an wahre Freundschaft, Freiheit und die Lust am Leben.

 

UMA PROFESSORA MUITO MALUQUINHA

(Eine echt verrückte Lehrerin)
Spielfilm, BR 2011

Regie: Andre Alves Pinto und César Rodrigues
Mit: Paola Oliveira, Marcio Afonso, Chico Anysio u.a.
Dauer: 90 Min., Jahr: 2011 OmengU

Die Leinwandadaption Ziraldos gleichnamigen Erfolgsroman zeichnet ein lebendiges Porträt der 1940 Jahre. Die 18-Jährige Cate kehrt nach dem Studium in ihre kleine Heimatstadt im Landesinneren von Minas Gerais zurück, um an einer Grundschule zu unterrichten. Enthusiastisch, unkonventionell und ideenreich macht sie sich zwar schnell bei den Schülern, nicht aber bei ihren altmodischen Kolleginnen beliebt. Mit Hilfe origineller Lehrmethoden entdecken die Kinder nicht nur die Freunde am Lernen, sondern haben nebenbei ihre ersten Lektionen in Freundschaft, Liebe und Freiheit. Mit ihrer lebenslustigen Art erobert die charmante Lehrerin nicht nur die Herzen ihrer Schüler, sondern auch der jungen Männer der Stadt im Sturm. So zettelt Cate nicht nur im Lehrbetrieb, sondern auch im Namen der Liebe so manche Revolution an.

 

 

9. Brasilianisches Filmfestival
CINEBRASIL

Liebe Freunde,

ich freue mich sehr, dass es auch in diesem Jahr wieder gelungen ist, das CINEBRASIL Festival auf die Beine zu stellen. Als freier Produzent bewegt man sich stets auf einem schmalen Grat, und auch ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt bietet keine Gewähr dafür, dass die Arbeit fortgesetzt werden kann.

Dank der Treue unseres Publikums, der Regisseure und Produzenten sowie der lokalen Partner habe ich allerdings das Gefühl, dass wir weiterhin in die richtige Richtung gehen. Bestätigt wird dieses Gefühl alljährlich durch die Unterstützung seitens der Brasilianischen Botschaft Berlin sowie unserer Sponsoren TAP und EED.

Ein großer Dank geht dabei, wie immer, an meine brasilianischen Kollegen, die es mir mit ihren Kino-Visionen ermöglichen, die kulturelle Vielfalt Brasiliens hier in Deutschland einem breiteren Publikum vorzustellen.

Der diesjährige Fokus des Festivals liegt auf Partnerproduktionen zwischen deutschen und brasilianischen Produzenten sowie Low-Budget-Produktionen. Unser Programm besteht hauptsächlich aus Filmen die zeigen, dass es in der Filmkunst noch möglich ist, wirtschaftliche Alternativen zu finden, um ausgezeichnete Filme zu machen.

Die brasilianische Filmförderung für Mittel- und Low-Budget-Produktionen ermöglicht immer mehr jungen und unabhängigen Filmemachern den Zugang zum Markt. In Brasilien werden Jahr für Jahr mehr Filme produziert, wodurch der nationale Markt belebt wird und das Interesse an Koproduktionen wächst.
CINEBRASIL wird in diesem Zuge zu einer wichtigen Plattform, um diese Filme jährlich in mehr als 20 deutschen Städten zu zeigen.

GIRIMUNHO, TRAMPOLIM DO FORTE und der Dokumentarfilm ICH BIN LOUISA JULES sind sämtlich Beispiele für deutsch-brasilianische Koproduktionen.
Die Produktionsfirma CONSPIRAÇÃO FILMES (Produzent von ERA UMA VEZ) hat seit einigen Jahren ein Büro in Hamburg, und die Berliner Firma CINEMANEGRO ist Verleiher von NOITE DE REIS und Produzent von ICH BIN LOUISA JULES.

Was die Filmauswahl betrifft ist ein Kriterium, neben der positiven Aufnahme bei Kritikern und auf Festivals, dass die Filme nicht den stereotypen europäischen Erwartungen bezüglich Brasilien entsprechen. Selbst ein Film wie ERA UMA VEZ, der die soziale Ungleichheit in Brasilien anhand einer unmöglichen Liebesbeziehung zwischen arm und reich thematisiert, umschifft die Gefahr der Stereotypen durch eine kluge Regie und sehr gute Schauspielarbeit.

Ich hoffe also, dass Sie auch dieses Jahr wieder Lust auf unser Filmfestival bekommen und dass die Filme Sie zu einer tiefergehenden Betrachtung der Unterschiede und der Vielfalt des brasilianischen Lebens und der Kultur anregen.

Ich verbleibe mit den allerbesten Wünschen für Sie und unser Filmfestival und bedanke mich nochmals von ganzem Herzen für ihr Interesse und Ihre unermüdliche Unterstützung.

Sidney Martins